Samstag, 14. Februar 2015

***Rezension*** Weit weg und ganz nah - Jojo Moyes




Titel: Weit weg und ganz nah
Autor: Jojo Moyes
Seiten: 509
Verlag: Rowohlt POLARIS
Genre: Belletristik
Preis: 14,99€
Format: Paperback






Was wäre, wenn du als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern am Rande des Existenzminimums stehen würdest und sich dir plötzlich die Gelegenheit bietet, schnell und ohne jeglichen Aufwand an ein bisschen Geld zu kommen?
Diese Frage muss Jess sich stellen. Denn als sie nach ihrem Arbeitstag in einer Bar einem betrunkenen Mann hilft, sicher nach Hause zu kommen, verliert dieser plötzlich ein Bündel Geld. Jess trifft die Entscheidung, das Geld einzustecken und mitzunehmen, da dieser Mann eh genug davon habe.
Als Jess dann plötzlich mit ihren Kindern und einem großen, pupsenden und sabbernden Hund in einer schwierigen Situation steckt, ist der einzige Mensch, der ihr in diesem Moment noch helfen kann, der betrunkene aus der Bar…

Jess erlebt nun die wohl rasanteste, witzigste aber auch schwierigste Reise in ihrem ganzen Leben.

Jojo Moyes Roman „Weit weg und ganz nah“ ist eine abwechslungsreiche Geschichte mit unterschiedlichen Charakteren, die man gar nicht besser hätte erschaffen können. 

Wer alle Bücher von Jojo Moyes gelesen hat weiß, dass sie Geschichten geschrieben hat, die sich in der Thematik alle voneinander unterscheiden. Doch eines muss man ihr lassen. Alle Geschichten, die bisher erschienen sind haben einen gewissen Charme und einen eigenen Charakter, der den Leser gar nicht mehr loslassen möchte. 
Denn ihre Vorgänger-Romane „Ein ganzes halbes Jahr“ und „Eine handvoll Worte“ haben sich schnell einen Platz in die Herzen ihrer Fans erschlichen.

Diese Eigenschaft bietet auch „Weit weg und ganz nah“. Schnell ist man in die Geschichte eingestiegen und bekommt einen Überblick aus allen Richtungen, denn erzählt wird die Geschichte von allen Charakteren, die dieses Buch beinhaltet. Natürlich überwiegt hierbei der Teil von Jess und Ed, da diese beiden die Hauptcharaktere der Geschichte sind.
Gelungen ist diese Art zu schreiben alle male, da diese Geschichte ihren Charme nicht allein dadurch gewinnt, dass die beiden Erwachsenen Ed und Jess ihre Geschichte erzählen, nein. Denn auch die Erzählungen von Jess’ Kindern Tanzi und Nicky schaffen es, die Geschichte von einer anderen Seite her zu betrachten. Tanzi bringt den Charakter einer Grundschülerin mit, die Mathematik über alles liebt. Wenn sie die Geschichte aus ihrer Sicht heraus erzählt, merkt man ganz deutlich, dass hier ein Kind berichtet. 
Nicky ist ein stimmungsschwankender, lustloser Teenager, der eigentlich gar keine Lust hat am Familienleben teilzunehmen. Seine Sichtweise ist in diesem Buch sehr interessant, da diese im Laufe der Geschichte einen Wandel vornimmt und somit ein klarer „Break“ im Geschehen deutlich wird. 

Vor allem die Geschichte selbst lebt durch diese verschiedenen Sichten, denn allein ein Blickwinkel hätte es nicht geschafft, diese einzigartige Familienstimmung aufzubringen. 

Wer Jojo Moyes kennt, weiß dass ihre Bücher immer eine Liebegeschichte beinhalten. So ist es auch hier. Schnell wird klar, dass die Beziehung zwischen Ed und Jess nicht nur platonisch ist, sondern mehr dahinter steckt. 
Wie die Beziehung der beiden sich entwickelt, ist in diesem Buch wunderbar umschrieben und man hat das Gefühl, selbst ein Teil dieser Partnerschaft zu werden. Man bekommt, durch die Sichten von Ed und Jess, auch Bilder aus beiden Standpunkten her vermittelt und möchte einfach nur, dass die Entwicklung der beiden schneller vorangeht.

Moyes schreibt in ihrem Roman mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, so dass man schnell den Eindruck bekommt, dass diese Geschichte alles andere ist, nur nicht ausgedacht.
Gerade die verschiedenen Situationen, die in der Geschichte geschehen, finden doch Platz in allen Familien und Partnerschaften auf der Welt und das ist auch der Grund, weshalb dieser Roman so ausdrucksvoll ist und mit seiner Art überzeugen kann.

Mit „Weit weg und ganz nah“ hat Jojo Moyes, mal wieder, einen grandiosen Roman auf den Markt gebracht, der den Leser sowohl in seiner Geschichte, als auch mit seinen Charakteren in den Bann zieht. 
Man möchte am liebsten durch die Seiten hindurch mit in Eds Auto steigen, da man diese Familie einfach nur ins Herz schließen kann. 
Das alle Charaktere so verschiedenen sind, aber es trotzdem schaffen, eine kleine und gute Familie zu bilden, lässt den Leser in eine Geschichte eintauchen, die schöner aber auch realistischer nicht sein kann.



Und wenn Jojo Moyes es spätestens mit dieser Geschichte nicht geschafft hat, den Leser davon zu überzeugen, dass ihre Bücher einzigartig sind, dann sollte der Leser sich überlegen, nächstes Mal zu einem anderen Buch zu greifen.


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